Alienfurz (feat. Stanisław Lem)

Rumspekulieren

Stanisław Lem setzt in seinem ziemlich schwierig aber durchaus lohnenden Roman „Die Stimme des Herren“ einen Science-Fiction-Standard (vielleicht gab’s den auch schon vorher): Man hat irgendwas -  in dem Fall einen Neutrinostrahl (was das genau ist, is jetzt mal egal) der eine Botschaft enthält. Lem ist ein Meister der Logik und deshalb muss erst mal die Frage geklärt werden, ob das wirklich eine „Botschaft“ ist. Weiß man nicht 100% genau, aber jedenfalls wiederholt sich der „Code“ in regelmäßigen abständen und es treten auch innerhalb überzufällige Häufungen aus. Kann also mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit kein Naturphänomen sein. Jetzt beginnen die Spekulationen: Was ist da los? Dann werden  Hypothesen aufgestellt und die Möglichkeit (logisch) überprüft. Wenn das geschehen ist kann man sich über die Wahrscheinlichkeit Gedanken machen. Meine lieblingsvariante ist: Es gibt eine außerirdische Lebensform (Muß keine Zivilisation sein, kann auch ein „Fleischwald“ sein) die es evolutionär geschafft hat, Kernspaltung in die Biologische Energiegewinnung ihrer Körper zu integrieren und das Neutrinodingens (wasimmer das ist) ist ein Ausscheidungsprodukt. Lem schreibt das so nicht aber das heißt ja nichts anderes als: Die Aliens pinkeln uns auf den Kopf.

Ähnliches findet man in zahlreichen Science-Fiction-Büchern und -Filmen: Contact, Solaris, Der Schwarm. Die Strugatzki-Brüder haben ein Szenario entworfen bei dem unverständliche und gefährliche Außerirdische Artefakte in der „Zone“ (verfilmt von Andrej Tarkowski als „stalker“) haben rumliegen  lassen. Eine theorie darüber ist: Das ist vielleicht gar keine Botschaft oder so, sondern die Aliens haben nur kurz rast gemacht und ihren Müll liegen lassen; „Picknick am Wegesrand“ heißt dann auch der Roman. Feine Konstruktion.

Dieses Rumspekulieren macht Spaß. Ich knüpfe an Lems Szenario mit dem Neutrinostrahl (wasimmer das ist) an und spekuliere selber ein wenig in Form eines Dialogs:

Die Radiotheorie

 

A: Jedenfalls ist es sowas wie eine abgestrahlte Botschaft, wahrscheinlich irgendwie intentional geschickt.

B: Wahrscheinlich, aber nicht sicher.

A: „Sicher“ können allerhöchstens Thesen ausgeschlossen werden. Aber wir sind irgendwie intuitiv davon ausgegangen, dass es sich um ein koordinierte ausgesandtes Signal handelt. Von einer Art NASA der Aliens. Aber wer sagt dass das so sein muß. Es könnte doch auch ein Dummer-Jungen-Streich sein. Ein halbwüchsiges Alien hat irgendwie seinen Alien-Kasettenradiorekorder so manipuliert, dass es auf einer Frequenz sendet, die wir bisher nicht abgehört haben. Und jetzt furzt der Junge ins Mikrofon und sendet das als Endlosloop in die Galaxis und lacht sich kaputt dass sich irgendwo da draußen irgendwelche Trottel – wir – den Kopf zerbrechen was das für eine Botschaft sein könnte.  Wir zerbrechen uns die Köpfe über Fürze eines halbstarken Aliens.

B: Was immerhin ein spektakulärer Beweis für die Existenz außerirdischen Lebens wäre. Und dass es womöglich genauso peinlich in der Pubertät ist wie wir. Aber wie wahrscheinlich ist das?

A: Also über Wahrscheinlichkeiten brauchen wir im Moment wirklich nicht reden oder für wie wahrscheinlich hättest du es vor einem Jahr gehalten dass wir in genau einem Jahr ein außerirdisches Signal durch eine solch merkwürdige Verkettung von Zufällen entdecken: Ein halbseidener Hobbyastronom verkauft irgendwelche Scanneraufzeichnungen an eine anderen halbseidene Versicherungsstatistikerin als Zufallsmatrize und sie zeigt ihn an weil das Material nicht zufällig ist(1)? Wie wahrscheinlich ist das?

B: Naja, die Welt in der wir Leben ist eine Abfolge höchst unwahrscheinlicher Zufälle. Nur dass sie eben dauernd passieren weil alle anderen Alternativen genauso unwahrscheinlich sind. Und irgendwas muss ja passieren. Das ist ja das Irrsinnige wenn Leute die für „Reaktorsicherheit“ zuständig sind davon reden, dass man Fukushima und Tschernobyl nicht als Beispiele nehmen können. Das seien „untypische Unfälle“. Ha! Das ist ja das Wesen von Unfällen, dass sie untypisch sind. Typisch ist es, wenn ich in meine Garage fahre und kurz vor der Wand anhalte. Das wäre eben ein typischer Unfall: Nicht zu bremsen. Da er aber typisch ist kann ich reagieren, sprich bremsen. Und das geht seit Jahrzehnten mehrmals am Tag gut. Aber nicht wenn untypischerweise die Bremse kaputt ist. Dumm nur dass mir das rückblickend nichts bringt, dass der Unfall „untypisch“ war.

Ähm, wo waren wir?

A: Radiofürze…

B: Ach ja genau. Ich denke eben doch, dass diese Variante extrem unwahrscheinlich ist. Aus zwei Gründen. Zunächst: Wenn ein Alienschuljunge…

A: … Kann auch ein Mädchen sein…

B: Wir sollten vielleicht nicht unsere Geschlechterkategorien auf die Aliens übertragen..

A: Wer hat denn damit angefangen?

B: Du.

A: Ah ja, stimmt

B: Und Alterskategorien.

A: Wobei die Zeit die vergeht eine Rolle spielt.

B: Darauf wollte ich hinaus.

A: Also dieses zum Spaß ins Radio furzende Wesen…

B: Wasimmer es ist. Ja, also erstmal: Wenn so ein alltagsgegenstand wie ein Radio in der lage ist uns eine solche Nachricht zu senden hätte schon viel früher irgendwas kommen müssen. Dass einer, der so Blödsinn macht, als erster oder erste (oder was auch immer) sowas tut, ist ja dann doch nicht anzunehmen.

A: Und das in einer Periodizität von 17 Tagen.

B: Naja, wie dort die Zeit wahrgenommen wird wissen wir ja nicht.

A: Trotzdem wiederholt es sich jetzt schon ganz schön lange. Vielleicht seit Milliarden von  Jahren.

B: Und zweitens

A: das wäre schon drittens

B: Drittens wissen wir, dass man um eine solche Botschaft so zu versenden eine Energiemenge von unserer Sonne bräuchte.

A: Also wenn wir nicht wissen wie deren Zeit vergeht wissen wir auch nichts über deren Energie- und Masse-Relationen!

B: Eine Sonne als Batterie für ein Kinderspielzeug!?

A: Ich dachte Kind sagen wir in dem Zusammenhang nicht mehr!

B: Darum geht’s doch jetzt gar nicht!

A: Dass wir immer in diese Kategorien zurückfallen…. Es ist kein in ein Kinderradio gefurzter Alienfurz?

B: Nein

A: Definitiv nicht?

B: Definitiv nicht.

A: Schade. Wär lustig.

B: Nicht mein Humor.

(1)    Das ist in etwa die Geschichte der Entdeckung die Lem im Original angibt.

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Nutzt Chancengleichheit dem Kapital?

tl;dr: faktische Chancengleichheit Nein. Das Reden davon ja.

Damit hier nicht nur Fachpublikum mitreden kann ein paar grundbegriffe:

Kulturelle Reproduktion bezeichnet die Mechanismen, dass sich gesellschaftliche Schichten/Klassen über lange zeit gleich bleiben. Auf ein Beispiel runtergebrochen: Ein Arbeiterkind hat viel weniger Chancen, Reich zu werden oder auch nur Abitur zu machen als ein Fabrikbesitzer. Man kann den Begriff auch auf andere Soziologische Trennlinien in der Gesellschaft ausweiten: Geschlecht, Ethnizität usw. (Alter eher weniger). Dabei geht es um die Verteilung von Chancen am Arbeitsmarkt oder an der Teilhabe an Wohlstand allgemein (nur um einer willkürlichen Ausweitung des Begriffs entgegenzuwirken). Der Begriff stammt wenn mich nicht alles täuscht von dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu. Der Kern dieses theoretischen Konstrukt ist es zu erklären wieso sich in modernen gesellschaften, die sich bekanntlich „gleichheit“ oder wenigstens „Chancengleichheit“ auf die Fahne schreibt, Ungleichheit so hartnäckig hält. Und die auch noch von der (sozialen, ethnischen, klassenmäßigen) Herkunft anhängt. Was ja an sich Skandal ist und der permanenten Begründung bedarf. Die kulturelle Reproduktion erfolgt über mehr oder weniger versteckte, inoffizielle mechanismen, was nicht besagt, dass offizielle staatliche Eingriffe sie nicht begünstigen werden.

Das Ideal eine Gesellschaft, in der es zwar Ungleichheit (im einkommen, ansehen, usw.) gibt, die aber rein von der individuellen Leistung abhängen würden, nennt man Meritokratie.

Ein Marxist, dem ich von der kulturellen Reproduktion erzählte reagierte verwirrt: Das entspräche ja nicht der Logik des Kapitals. Das Kapital hätte im Fall einer perfekten Meritokratie die bestmöglichen Arbeitskräfte an der passenden Stelle, die Produktivität würde also steigen. Die faktische reproduktion sozialer ungleichheit wäre dann nicht nur linken und sozialdemokrat_innen ein dorn im auge, sondern auch den propagandist_innen des Kapitals. Klingt einleuchtend. Stimmt aber doch nicht

Das aus verschiedenen Gründen. Die unwichtigeren zuerst, der entscheidende zuletzt:

  1. Aus sicht der Agent_innen des Kapitals und auch der leitenden Angestelltenschaft ist kulturelle Reproduktion eine persönlich angenehme Sache. Die wahrscheinlichkeit, dass man selbst und der eigene Nachwuchs versorgt ist, ist hoch, es herrscht relativ hohe sicherheit über das eigene ökonomische auskommen. Die Voraussetzung ist,dass man sich davon trennen müßte, „das Kapital“ als homogenen, deterministischen Block zu verstehen. Aber wie sagt schon Marx: Kapitalist und Arbeiter sind „Charaktermasken“, also maskendie von Schauspieler_innen getragen werden. Und das sind subjekte die mit interessen ausgestattet sind. Die zu einem gewissen grad durch das kapitalverhältnis determiniert sind, aber auch das gibt es unterschiedliche gruppen. Ein Bankierssohn, der die Straße kehrt? Eher unwahrscheinlich.
  2. Eine gesamtgesellschaftliche Steigerung der Produktivität der Arbeiter_innenschaft nutzt den einzelnen Wettbewerber_innen auf Kapitaleigner_innenseite nichts, da sie für alle Wettbewerbsteilnehmer gleich ausfiele. Höheres Niveau für alle bedeutet gleiche Profitchancen für alle. Es gibt also aus dieser sicht keinen Grund, chancengleichheit zu fördern.

2.b Was die perfekte auslese von arbeitskraft angeht wird es eh schwierig: Was ist der maßstab? Die meisten einfachen produktions- und dienstleistungstätigkeiten sind eine sache des erlernens. Das kapital – wieder abstrakt gesprochen – braucht also in erster linie nachschub an arbeitskraft. Wie die im detail beschaffen ist, wie die „Talente“ verteilt liegen, das ist einfach nicht so interessant, solange es möglichkeiten gibt, druck auf die arbeiter_innenschaft auszuüben. Und das bringt mich direkt zum entscheidenden Punkt

3. Jetzt das Wichtigste: Nehmen wir an, wir hätten die perfekte Besetzung aller möglichen Stellen durch die je geeignetsten Arbeiter_innen. Das kann übrigens aus den in 2.b genannten Gründen nur ein diskursiver Zustand sein: Wir glauben, ein System zu haben, dass alle arbeiten mit den perfekt passenden leuten besetzt. Was würde das für das Verhältnis Kapital/Arbeit heißen?

Nun: Die Arbeiter_innen schaft wären in einer extrem luxuriösen Lage: Jeder Einzelne von ihnen wäre naehzu unersetzbar, zumindest nur durch inkaufnahme eines Produktivitätsverlustes. Das Kapital hat keine Arbeiter_innenreserve mehr in  der Hinterhand mit der man die Arbeitskraft noch aus den faulsten rauspressen kann. Das Prinzip Kapitalismus würde jedenfalls bei weitem nicht mehr so gut funktionieren wie unter bedingungen einer angenommenen und tatsächlich existierenden kulturellen Reproduktion.

Und deshalb widerspricht die faktische kulturelle Reproduktion der sozialen Ungleichheit nicht dem Prinzip der kapitalistischen Wirtschaft.

Und umgekehrt: deshalb widerspricht der reale Kapitalismus nicht nur dem Prinzip der Gleichheit das eh!), sondern auch dem der Chancengleichheit.

Nichtsdestotrotz dient die omnipräsente Forderung nach Chancengleichheit im Diskurs auch der Rechtfertigung der faktischen Ungleichheit. Also entweder man gibt vor sie zu bekämpfen oder man legitimiert sie indem man behauptet, es gäbe die Chancengleichheit schon.

post skriptum:

So hab ich mir das ausgedacht über mehrere Tage und während des schreibens fällt mir ein großer widerspruch gegen punkt 3 ein: Man kann den Zustand der perfekten Meritokratie auch so lesen, dass die Arbeiter_innenschaft erst recht durch den ständig nachwachsenden Nachwuchs, der ja immer neu selektiert wird, bedroht wird. damit wär mein entscheidendes Argument übern haufen geworfen. ähem naja. der/die Leser_in möge entscheiden wie er/sie jetzt damit umgeht. Ich weiß es nicht. Tut mir leid, wenn dieser Text gerade keine Definitive Welterklärung abliefert.

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Joachim Gauck, ein Mann der klaren Worte.

Gott/Göttin sei Dank gibt es Blogs (Link finde ich gerade nicht) und intellektuelle Magazine wie Cicero und, ach ja, die Süddeutsche Zeitung! Denn durch sie habe ich gelernt, dass der künftige BuPrä Joachim Gauck gar nicht die – nun ja – unangenehme Person ist, für die manche ihn gehalten habe, (auch ich, zugegebenermaßen). Denn eigentlich war das alles ganz anders, und die Vorwürfe treffen alle nicht. Also:

1. Sarrazin: Gauck hat nicht gesagt dass der Rassismus des Sarrazin „mutig“ sei, sondern seine Haltung ist eher so hm, naja, muss man differenziert sehne, also dings. Aber eben auch FREIHEIT.

2. Montagsdemos: Er hat die Montagsdemos gegen Hartz IV nicht in dem Sinn als „töricht und geschichtsvergessen“ bezeichnet, sondern eher, also, dings hm, weißt schon. Weil ja. Und damals! Datgehtdochnich! Freiheit, hooooo!

3. Occupy-Bewegung und Kapitalismuskritik: Findet der Gauck also schon auch wirklich doof, aber dings. Kann man so nicht, also wirdmanjawohlnoch!

4. Protest gegen Stuttgart 21: Hier fährt Gauck eine klare Linie: Die Proteste sind zwar falsch, aber richtig.

5. Lob für die Beschneidung des Sozialstaates, Neoliberalisierung: Gauck ist vollumfänglich und uneingeschränkt dafür. Aber!

6. Befürwortung der Vorratsdatenspeicherung: Janee. Neeja. Dings.

Was lernen wir daraus? Kurz gesagt: dings.

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Kristi Schröder: Back to the roots?

In Deutschland geht ja seit einiger Zeit das Gespenst des „Linksextremismus“ um, jedenfalls wenn man dem Ministerium für Familien und SeniorInnen etc. glauben darf. Deshalb hat letzteres jetzt Preise zur Bekämpfung  o.g. Gespenstes unters Volk gebracht, wie ich auf http://linksextremismus.wordpress.com/ lesen durfte. Das ist für sich schon mal hart, aber noch steigerbar. Wenn man nämlich die Links in diesem Artikel nachverfolgt kommt man auf ein ausgezeichnetes Projekt, und zwar handelt es sich um *Trommelwirbel* den Ausbildungsgang (wait for it!) Lagerlogistik des Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg zu Köln.

Zusammenfassung: Lager. Gegen Linke. In Deutschland. Auszeichnung. Steuergeldgefördert.

Geile Scheiße!

 

Nachtrag:

Manchen Leuten scheint es übrigens ein innerer Reichsparteitag zu sein wenn sie mir unpassende Nazivergleiche vorwerfen können! Ich finde, da wird mit V2-Raketen auf Spatzen geschossen.

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Niccolo Machiavelli erklärt in wenigen Sätzen, warum die Amerikaner im Irak gescheitert sind

 Von vermischten Herrschaften

In den neuen Herrschaften liegen die Schwierigkeiten. Und zwar erstens, wenn nicht alles neu ist, sondern nur ein Teil, so daß man das Ganze eine »Misch-Herrschaft « nennen kann. Hier entstehen die Umwälzungen zunächst aus einer allen neuen Herrschaften gemeinsamen Schwierigkeit, daß nämlich die Menschen gern ihren Herrn wechseln, in der Hoffnung, einen besseren zu bekommen, und in diesem Glauben zu den Waffen gegen den Herrscher greifen; darin aber täuschen sie sich, denn sie erfahren bald, daß sie einen schlechteren bekommen haben. Das liegt gleichfalls an einer natürlichen und gewöhnlichen Notwendigkeit, denn der neue Herrscher ist stets genötigt, seine Untertanen mit Besatzung und mancherlei anderen Gewaltmitteln zu bedrücken, wie sie die Eroberung mit sich bringt. Du wirst also alle die zu Feinden haben, die du bei der Eroberung der Herrschaft bedrückt hast, und kannst doch nicht die zu Freunden behalten, die dir dazu verholfen haben, weil du sie nicht so zu befriedigen vermagst, wie sie erwartet haben, noch auch kräftige Mittel gegen sie anwenden darfst, da du ihnen Dank schuldest.

in: Niccolo Machiavelli:Der Fürst, Kap. 3: „Vermischte Herrschaften“, S. 20-21, zitiert nach dieser Ausgabe.

Das angenehme an so einer „strategischen“ (und damit materialistischen) Betrachtungsweise ist, dass man keine Konstruktionen von „kultureller Differenz“ heranziehen muss. Ich glaube, dass Machiavellis Betrachtungen über Strategien gerade für die Linke interessant sind (ich habe bis jetzt aber erst 74 Seiten gelesen), die kulturalistischen Ansätzen gegenüber skeptisch sein sollte.

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Gegen Pressefreiheit

Chrissi Wulff ist mir ja egal. Aber dass er sich mit dem Springerkonzern anlegen wollte ist ein bisschen witzig. Und er wird natürlich genau daran zugrunde gehen. Diese Kreditaffäre hat sowieso niemand so richtig verstanden (langweilig ist so Papierkram auch) und jetzt ist sie auch schon vergessen. Weil Wulffi ja gegen einen Grundsatz unseres heißgeliebten Vaterlandes unserer wunderbaren Demokratie verstoßen hat: Die Pressefreiheit.

Bullshit. Er hat sich mit Springer angelegt, einem der mächtigsten Konzerne in Europa. Diesem mit dem „Recht“ auf Pressefreiheit zur Seite zu springen ist mal wieder die typisch liberaldemokratische Verkennung von Machtverhältnissen. Also ob so ein Elitenwohnheim wie Springer irgendwelche Grundrechte bräuchte um zu tun, was sie tun, mal abgesehen von dem angeblichen „Recht“ auf Privatbesitz . Als ob das popelige Recht auf Presse- / Meinungsfreiheit irgendeinen Sinn hätte, wenn man es denen zugutehält, die eh schon alles dominieren, wirtschaftlich und kulturell. Sich mit der bild anzulegen war das einzig halbwegs sympathische was Wulff je zustande gebracht hat. Besser als nur einen Artikel verhindern zu wollen wär es aber gewesen, den Laden gleich ganz abzuschaffen, auf dass er nie wieder seine die gegenwärtigen Verhältnisse reproduzierenden „Meinungen“ rauskotzen kann.

Im Übrigen: Enteignet Springer!
Im Übrigen II: Ich würde gerne in einer Welt leben in der ich sagen kann was ich will ohne mich dafür unter einen Staat unterwerfen zu müssen, der mir dann gnädig ein paar “Rechte” verleiht (!)

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Musik vom Gurkenkaiser: Eine Übersicht.

Ich blicke zurück auf ungefähr 14 Jahre Musiker – äh – „Karriere“ – immerhin eine reguläre Singleveröffentlichung auf Fenou Records ist dabei rausgekommen. Der Rest spielt sich im Internet ab, was ja eh viel besser ist. Im Lauf der Jahre hat sich so viel Zeug auf so vielen verschiedenen Plattformen (und bei mir zu Hause: Festplatten) angesammelt, dass ich mir selber mal einen Überblick verschaffen will, wo was von mir rumfliegt.

Das aktuellste: mein: Soundcloud – Account. Dort kann man ja auch immer nochmal pro Track angeben, wer der „Artist“ ist, deshalb sind dort nicht nur originäre Eigenproduktionen von mir, sondern auch Remixe und Sachen, die ich mit Partnerinnen und Partnern gemacht habe. Hier gibt’s auch immer die neuen Sachen von mir, bis eine andere Musikverbreitungsplattform die Führung übernimmt.

Reise in die Vergangenheit: Der MySpace-Account meiner Alten Band „The Magician and the Scientist“.

Noch älter: Der MySpace-Account meiner zweiten Band „The Strive“. Dort hab ich Gitarre und Bass gespielt und bei „Polar Nights“ das Klavier und das Anfangsgefiepse. Das war ne schülerband in den späten 90ern/ Anfang 00ern (Meine erste Bandgründung hieß übrigens Dr. Norton und ich glaub, die treiben immer noch irgendwo ihr Unwesen. Bin aber noch vor dem ersten Konzert ausgestiegen.)

Mein YouTube-Account: Da es vor Soundcloud gar nicht so leicht war, Musik einfach so irgendwo hochzuladen, hab ich aus den Tracks einfach pseudo-Videos gemacht und sie auf Youtube geladen. Hier gibt‘s eine Mischung aus mittelaltem und altem Zeug.

So und als kleinen Bonus gibt’s diesen schön dahinplätschernden Track namens „Dear Sea“ aus ganz alten Zeiten (schätze 2004), mit Gesang der Sängerin Kaem exklusiv hier und nur per Direktlink: Gurkenkaiser & Kaem – Dear Sea

Da war noch mehr, fällt mir gerade nicht ein, wird bei Gelegenheit upgedated.

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