Wollen Rechte mit Dir reden?

 

 

Zum Thema „mit Rechten Reden“ eine kleine Erfahrung in einem Facebook-Thread:

Rechter: „Beruf?“
Ich: „Warum?“
R: „BERUF?!?!“
I: „Geringfügig + Mindestsicherung“
R: „Mit Leuten die ich durchfüttern muss red ich nicht.“

 

Da gibt es ein neues Buch das durch die Kanäle der bürgerlichen Medien gejagt wird, als stünde was Richtiges drin. „Mit rechten reden“ heißt es und soll aber keine Aufforderung sein aber irgendwie doch aber nicht so richtig. Ich empfehle die Rezension von Leo Fischer in ND dazu. Ich hab nur ein paar kleine Anmerkungen:

Scheint als würde dieses Buch alles beinhalten was an der akademischen Welt so nervt: das verhüllen des eigenen Standpunkts in irgendwelches umständliches Theorievokabular zum Beispiel. Oder permanente Selbstbeweihräucherung inklusive Autoritäts“argument“ („ich als Philosoph…“). und dieser Standpunkt heißt: stumpfe Mitte. Und vor allem: Die linken sind schuld. Weil: Dass die Rechten überhaupt in einen Diskurs eintreten wollen wird vorausgesetzt. Und wenn sie es nicht wollen? Dann liegt das wohl dran, dass die Bedingungen nicht offen genug sind. Die Linken immer mit ihrem Antifaschismus. Die Juden und schwarzen mit ihrer Rassismusbetroffenheit…  Alles Hindernisse für den Diskurs, dieses demokratische Heiligtum. Also muss man es so einrichten dass die Leute um die es hier geht – die rechten – reden wollen ohne dass die Leute um die es hier nicht geht – linke, Juden, Schwarze, Behinderte – durch ihr Dasein den Diskurs und damit die Demokratie kaputtmachen (sofern sie von den Rechten am Leben gelassen wurden). Die Rechten dürfen picky sein und den demokratischen Diskursfans die Bedingungen diktieren. Sprich: Wer mit rechten reden will muss zu ihnen rücken. Das kann man an der Person DOKTOR der Philosophie Daniel Pascal Zorn (Einer der Autoren von „Mit rechten reden“) ganz gut beobachten. Irgendwie nerven ihn immer die Linken und daraus leitet der promovierte Argumentationslogiker völlig logikwidrig ab, Recht zu haben.Ein 1A-Grund diesen Schinken ungelesen rechts liegen zu lassen.

Ich bin kein Fans von Identitätslogik, aber in dem Fall spielt es halt eine Rolle dass DR. Dani & Co. weiße Männer sind. Mit mir wollen Rechte schon qua Einkommenshöhe nicht reden. Müßt ich mir wohl einen Zweitjob suchen um in die Position zu kommen, demokratisch-diskursiv(-zivilisatorisch?) in den Dialog zu treten. Aber wozu eigentlich? Gibt zwei Möglichkeiten: ich kann so ehrlich sein zu sagen: das Ziel dieses „Dialogs“ ist es, (1) den rechten die rechten Ansichten auszutreiben.  Oder ich will wirklich einen ehrlich gemeinten (2) Meinungsaustausch.

(1) Ist eine Belehrungs- bzw. Umerziehungsabsicht. Das klingt sehr negativ aber genau das würde ich befürworten. Ich bin nicht daran interessiert was Rechte Falsches denken bzw. nur insofern ich ihnen was Richtiges beibringen kann. Aber dann ist es natürlich unehrlich von Gespräch, Austausch, Dialog, Diskurs zu reden. Ich will die anderen ändern, aber nicht verändert werden. Jedenfalls nicht von denen. Da bin ich auch ehrlich. Dieser „Jeder hat seinen Standpunkt“-Zeug ist Quatsch. Manches ist ganz einfach falsch, manches richtig.

(2) Willkommen auf dem Daniel-Pascal Highway zum liberalen Faschismus.

 

Hier mein Vorschlag in Anlehnung an Wiglaf Droste: Rechte (und Liberale) wo immer möglich eines Besseren belehren und wo nicht möglich muss man sie mit allen gebotenen Mitteln hindern das zu tun, was rechte tun wenn man sie lässt.

 

 

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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9 Antworten zu Wollen Rechte mit Dir reden?

  1. endolex schreibt:

    Hat dies auf endolex rebloggt.

  2. onkelmaike schreibt:

    Hi Gurki,
    ich lese das Buch gerade. Es fiel mir schwer, weil ich auch Leo Fischers Artikel gelesen hatte und den Jungs mein Geld nicht gegönnt habe. Ich finde aber doch, dass, wenn über ein Buch geschimpft wird, das Buch gelesen worden sein sollte.

    Ich finde die Beschreibung des „Sprachspiels“ gar nicht so blöd. Das ist ja schon eine „Rechten-Kritische“-Analyse, weil ja gesagt wird, dass die gar keine eigene Identität haben und diese erst in der Abgrenzung gegen die Linken erreichen. Wenn die also, wie von Leo Fischer zitiert, schreiben „Ohne die Linke wäre die Rechte nichts“, dann ist das tatsächlich erstmal nicht linken-kritisch, sondern rechten-kritisch. Das war mir erstmal auch nicht klar, ist aber so, wenn man mal näher drüber nachdenkt.

    Leider ist es aber zusätzlich so, dass die Herren Autoren tatsächlich keine „Linken“ mögen. Und irgendwie wissen sie auch gar nicht, wer das ist. Herr Zorn konnte mir die Frage zumindest nicht beantworten. Der macht mich sowieso fassungslos, mit seinen Äußerungen.

    Einen Teil Deiner Kritik würde ich auch zurückweisen wollen. Du schreibst, dass Buch scheine alle Eigenschaften zu haben, die „an der akademischen Welt so nerven“. Dem würde ich zum Teil widersprechen. Ja, die Jungs sind selbstverliebt und erzählen, wie gebildet sie sind. Sie tun das aber auf eine sehr verständliche, anschauliche Weise. Und Bildung und Wissen ist ja erstmal nichts schlechtes. Das Wahrhaft ärgerliche am Akademischen ist meines Erachtens, wenn über unverständliche Sprache Ausschlüsse erzeugt werden. Das tun die Jungs m. E. nicht.

    Das viel größere Problem liegt m. E. darin, und da kommst Du ja auch hin, dass die Möglichkeit einer Problemlösung durch Gespräch behauptet wird. Ich würde sagen: das ist schlicht falsch. „Die Rechten“ reden nicht mit „uns“, weil sie davon ausgehen, es für möglich halten, dass durch unsere Argumente ihre Meinung beeinflusst werden könnte. Das ist nicht so. Sie gehen in Talkshows etc. um Werbung für sich zu machen, ihre Parolen loszuwerden. Sobald sie es können, werden sie uns einsperren und schlimmeres (jemand vom Schlage eines Götz Kubischek). Und da liegt dann finde ich die Diskreditierung derer, die sagen, das mit dem Reden soll man zwar immer anbieten, aber wir können mal davon ausgehen, dass es nichts bringen wird.

    Es handelt sich dabei auch um eine totale Verharmlosung der Bedrohung von Rechts, finde ich.
    „Wir“ können eigentlich nichts gegen die machen. Reden hilft nämlich nicht und Gewalt aber auch nicht.

    • TheGurkenkaiser schreibt:

      Hallo!
      Danke für den Kommentar.
      Vielleicht ist das in meinem Text nicht klar geworden: Ich betrachte dass was zorn so von sich gibt und ziehe daraus den schluß: den schinken kann ich mir sparen. dabei bleib ich auch. Meine Urteile beziehen sich auf die interviews und tweets von zorn und einige wenige scans aus dem buch die auf twitter zu sehen waren.
      woraufs mir ankommt: „maan muss das buch gelesen haben“ ist ein rhetorischer trick um aussagen zu verteidigen, die nicht im buch getätigt wurde. sarazzin hat das perfektioniert. und allein schon um dieser unart was entgegenzusetzen hab ich den text geschrieben.

      • TheGurkenkaiser schreibt:

        du hast recht, ich schrieb: „Scheint als würde dieses Buch alles beinhalten was an der akademischen Welt so nervt“ das ist natürlich eine aussage, bzw. vermutung über das buch. aber auch keine ganz unbegründete.

  3. onkelmaike schreibt:

    Ja, Gurki, wenn Du schreibst „es scheint“, ist das schon okay. Damit machst Du transparent, dass Du Dich nicht der Originalquelle bedienst, find ich. Und, Dein Weg ist ja auch gut. Mich haben die dazu gekriegt, das Buch zu kaufen. Zorns Äußerungen sprechen tatsächlich auch ohne Buch für sich, das sehe ich wie Du.
    Lohnt es sich, sich näher mit dem Buch selber zu befassen? Vielleicht eher nicht. Als ein Dokumnet der Haltung der bürgerlich-liberalen Mitte ist aber schon auch sehr interessant. (Die kann mensch allerdings auch anderswo bewundern).
    Mich macht es tatsächlich traurig und fassungslos. Inhaltlich-formal finde ich das Buch gar nicht mal nur schlecht, so nach einmaligem Durchlesen. Aber es ist politisch halt so völlig daneben. Mit der Haltung (den „Linken“ gegenüber unsolidarisch, die Gefahr durch die Rechten unterschätzend) unserer bürgerlichen Eliten sind wir auf dem allerbesten Weg in österreichische Verhältnisse, denk ich. Schade eigentlich.

    • TheGurkenkaiser schreibt:

      ich hab auch schon mal was gebloggt über Liane Bednarz‘ merkwürdigen „kampf gegen rechts“. Es ist einfach die ganz alte story: warum demokraten nazis nicht kritisieren können. da gibts einen netten text, mit dem stimme ich vielleicht auch nicht ganz überein, aber auch lesenwert.

      Das „sich über bürgerliche-liberale mitte“ informieren ist voll legitim. aber ich glaub ich hab da inzwischen genug dokumente zur kenntnis genommen (man kommt ja nicht aus..) – sagst du ja eh auch.

  4. semilocon schreibt:

    Hat dies auf Semilocon rebloggt.

  5. Pingback: Links der Woche – Enno Park

  6. Pingback: | Nicht mit Rechten reden

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