Falsche Argumente: „ist halt meine Meinung“ „Meinungsfreiheit!!“ „Pluralismus ist ein Wert!“

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, „Meinungen“ seien als rein subjektive Sache jenseits einer Richtig/Falsch-Wertung. „Meinungen“ sind Urteile, die aufgrund von Argumenten gefällt wurden. Wenn die Argumente, die zu einer Meinung geführt haben, falsch sind oder die Fakten aus denen sie abgeleitet werden gar nicht erst existieren, dann ist die daraus folgende Meinung halt Müll und sollte weg. Wenn jemand weiß, dass seine Argumente falsch sind aber die Person trotzdem an ihrer Meinung festhält stimmt eben was mit dem Denken nicht.

Oft vorgebracht wird auch die „Meinungsfreiheit“. Dabei handelt es sich um kein Sachargument. Die Tatsache, dass eine Meinung vor Gericht als zulässig durchgehen würde, sagt nichts darüber aus, ob sie korrekt ist. Das „Recht auf Meinungsfreiheit“ ist ein Recht, dass das Individuum vor den eingriffen des Staates schützt und gleichzeitig die Grenze dieses Schutzes zieht. Wer so ein Gesetz aufstellt tut das, weil er eben nicht alles zulässt. Sonst könnte man es ja auch unreguliert lassen. Übrigens muss an dieser Stelle sofort ins Aug springen wie blödsinnig es ist, einen allmächtigen Staat zu schaffen und dem dann eine Grenze zu setzen was er dann machen darf. Wär’s da nicht viel simpler einfach gar keine Staatsmacht zu installieren die man dann davon abhalten muss, jemanden zu bedrohen?

Zurück zum Thema: Gegenargumente, öffentliches Anprangern, das Nichtigerklären einer Meinung: all das sind keine Eingriffe in die Meinungsfreiheit. Auch wenn dir viele Leute auf Twitter nachsagen, Mist zu verzapfen: du kannst es weiterhin tun. Was du nicht verlangen kannst ist, dass alles was du von dir gibst unwidersprochen hingenommen wird. Shitstorms sind kein Eingriff in die Meinungsfreiheit. Wenn wie im Fall der homophoben „Psychologin“ Barbara Eggert der Shitstorm dazu führt, dass die Frau ihren Job verliert – kein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit. Ihren_seinen Job kann im Kapitalismus jede_r verlieren, wenn der Arbeitgeber der Meinung ist, sie_er schadet dem Unternehmen mehr als er_sie nutzt.

Gibt’s noch eine Sache: „Es sollten möglichst viele Meinungen abgebildet werden, Meinungspluralismus ist ein Wert an sich.“ Das ist eine Behauptung für die ich mir beim besten Willen keine Begründung ausdenken kann. Soll man jetzt in ein mathebuch schreiben, dass 2+2 auch für 1, 2, 3 oder 5 gehalten werden kann? Weil das kann es ja durchaus. Soll man jetzt die zeitung z.B. mit homophoben mist vollmachen, nur weil es leute gibt, die so denken? Kann man, ist dann halt ne Scheisszeitung. Wenn was einfach nicht stimmt, sollte mans abhaken, weg damit und den Platz für Sinnvolles verwenden.

Also reißt euch zusammen mit diesen Pseudoargumenten ums „Meinen“.

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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14 Antworten zu Falsche Argumente: „ist halt meine Meinung“ „Meinungsfreiheit!!“ „Pluralismus ist ein Wert!“

  1. Pingback: Liberale Irrtümer: „Deregulierung“ – eine unmögliche Forderung | Analysehose aus, Melancholiehose an.

  2. kunstproduktion schreibt:

    Du spielst hier auf Situationen an, in denen eigentlich widerlegte Meinungen aus falsch verstandenem Selbstbewusstsein beibehalten werden – dort ist der Unsinn ja auch am leichtesten zu erkennen.
    Etwas komplizierter wird es aber ja dort, wo unterschiedliche Urteile über einen Sachverhalt einander gegenüber stehen, ohne dass es objektiv klar wäre, welches davon falsch ist. Das geschieht ja zum Beispiel in Fällen, in denen sich beide Parteien zumindest teilweise irren.
    Fatal finde ich in diesen Fällen den leider weit verbreiteten Schluß, dass eben „beide Urteile richtig“ seien. So etwas sagt man vielleicht aus falschem Respekt, stimmen kann es keinesfalls. Eher ist wohl der Fall, dass beide Urteile falsch sind, was einen auf die Idee bringen könnte, ein richtiges Urteil zu suchen. Was mal eine gute Idee wäre.

  3. Frattnhatza schreibt:

    Und du bestimmst, welche Meinung „richtig“ und welche „falsch“ ist? Willst du ein Wharheitsministerium einrichten, weil du ja denkst, dass es die eine wirkliche Realität gibt und alle die anders denken nur fantasieren??

    Deine unsachlich Argumentation findet sich auch bei den Neuen Atheisten, derselbe Müll!

    • TheGurkenkaiser schreibt:

      Dein Kommentar beinhaltet eine falsche Ableitung. Aus der Tatsache (das stimmt) dass es nicht immer direkt klar ist was stimmt leitest du ab: es gibt keine eine Wahrheit. Das ist falsch. wenn man sie nicht weiß kann man Sie durch Forschung vielleicht herausfinden. Oder man kann sie nicht herausfinden. Das heißt aber auch nicht:
      – dass es sie nicht gibt
      – dass alle irgendwie recht haben

      usw.

      Mit einem Wahrheitsministerium hat das alles nichts zu tun. Das ist wiederum unsachlich.

      • TheGurkenkaiser schreibt:

        Stichwort „Wahrheitsministerium“ – hast du 1984 mal gelesen? Das Wahrheitsministerium in de Buch verdreht ja gerade die fakten so, dass es in seine Erzählung passt. Die Prämisse von Orwell ist also dass man zwischen wahrheit und Lüge ganz klar unterscheiden kann. D.h. den hab ich hier auf meiner Seite.

      • Frattnhatza schreibt:

        Welche Religion ist die Wahre? Welche Partei die Beste? Welche Farbe am Schönsten? Welches Urlaubsziel ist am Besten? Welcher Weg führt am Schnellsten zum Glück? – Jeder hat seine eigene Realität! Es ist höchst großkotzig von den Naturwissenschaften, zu behaupten, sie beschreiben DIE Realität! – In den Geisteswissenschaften gibt es mehr Dialog.
        Es ist Meinungsdiktatur, jemandem vorzuschreiben, was er/sie für richtig halten soll! Noch zwingt uns keiner, alles zu glauben, was die Wissenschaft sagt, und Erfahrungen und Intuition usw zu vernachlässigen!

      • TheGurkenkaiser schreibt:

        wenn jeder in seiner eigenen Realität lebt – warum diskutierst du dann mit mir?

      • Frattnhatza schreibt:

        Ich hab 1984 gelesen. Errinert sehr an die Meinungsregimes der AfD und der Neuen Atheisten.

      • TheGurkenkaiser schreibt:

        ja aber deiner logik nach kann man da nichts machen. denn wenn die afd die meinung vertritt dass dass es keinen klimawandel gibt und moslems böse sind. Wenn man widerspricvht ist das „Meinungsdiktatur“

      • Frattnhatza schreibt:

        Diese Ableitung habe ich außerdem nicht gemacht.

      • Frattnhatza schreibt:

        Meinung ist, wie man etwas findet. Schwachsinn ist eine erwiesenermaßen falsche Aussage.

        (bitte alle meine Kommentare freischalten, danke!)

      • TheGurkenkaiser schreibt:

        du benutzt halt andere begriffe, sonst stimmen wirr überein.

    • Frattnhatza schreibt:

      Ich kann mit dir diskutieren, weil unsere Realitäten etwas miteinander zu tun haben,sie überschneiden sich. Und wenn dem nicht so wäre, dann diskutiert man, wie die Welt anderer Menschen aussieht, und in wessen Welt man sich wohlfühlt, der ist das Freund oder Lebensgefährte.
      Wenn es nur DIE Realität gäbe, wäre es doch unsinnig, darüber zu diskutieren! Es gäbe doch DIE wahre Meinung, und alle müssten sich ihr anpassen.

      Die AfD erzählt Schwachsinn, das ist nicht deren Meinung, sondern Taktik, um Hinterwäldler als Wähler zu gewinnen. Unser gutes Recht ist es, sie dafür für irre und gefährlich zu halten. Ich habe nie gesagt, dass Widerspruch Meinungsdiktatur wäre. Eher das Gegenteil, dass Widerspruch zu einer Meinung ein Zeichen von Redefreiheit ist.

      • TheGurkenkaiser schreibt:

        jetzt ist das was dir nicht gefällt einfach keine „Meinung“ mehr sondern „Schwachsinn“. wer macht die unterscheidung? Die „Meinungspolizei“?

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