Einige Mythen über den Kapitalismus so knapp wie möglich widerlegt.

  • „Es gibt heutzutage keine Ausbeutung mehr.“ (Auch bekannt als „Marx hat nur seine Zeit beschrieben/ ist heute ungültig“).

Dein Arbeitgeber* stellt dich nur ein wenn deine Arbeitskraft ihm mehr einbringt als der Lohn kostet. Darin besteht die Ausbeutung. Die gibt’s wie eh und je.

  • „Es ist fair dass der Konzern Profit mit meiner Arbeit macht denn er trägt ja das unternehmerische Risiko!“

Alle Angestellten tragen das „unternehmerische Risiko“ da sie im Falle einer Pleite den Job verlieren. Wenn sie in Aktien ausgezahlt wurden wird sogar ihr Lohn rückwirkend wertlos (s. unten).

  • „Das Anreizsystem des Kapitalismus ist gut.“

Der ultimative Anreiz im Kapitalismus ist der Tod durch verhungern wenn man kein Einkommen erzielt. Das, obwohl man locker alle Menschen ernähren könnte. Daran ist nichts gut.

  • „Der Kapitalismus erzeugt hochwertige Produkte wie z.B. mein iPhone!“
  1. Das iPhone könnte ohne Profitmacherei noch besser sein z.B. wenn es besser mit anderen Technologien kompatibel wäre.
  2. Die Qualität eines Produktes sagt nichts über seine Herkunft aus. Sprich: es gibt keinen Grund anzunehmen, dass ein nicht-kapitalistisches System nicht ähnlich gute oder bessere Technologie hervorbrächte
  3. Der Preis für diese Technologie ist im doppelten Sinne sehr hoch: einmal der tatsächliche (Verkaufs-)Preis: sprich nur ein Bruchteil der Menschheit kann sich ein iPhone leisten. Zweitens: die Produktionsbedingungen sind unzumutbar. Daran ist wiederum nichts gut.
  4. Neue Technologien in der Produktion nutzen den Lohnarbeitenden nix. Wenn eine Technologie die Produktion 10x so effizient macht und 9 leute gefeuert werden, kriegen die 9 gefeuerten ihren Lohn nicht weitergezahlt (oder das mehr-produkt ausgehändigt) und der eine, der nun die Arbeit der anderen miterledigt nicht den 10fachen lohn. Alles an Mehr streicht der Konzern ein.
  • „Es ist gut dass es auch reiche Leute gibt, die zahlen viele Steuern und machen Wohltätigkeit.“

Und zwar mit dem Geld dass sie ihren Untergebenen vorher abgepresst haben, im Prozess der Ausbeutung. Siehe 1.

  • „Es ist doch eh schon eine Art Sozialismus den wir haben mit all den Steuern und Vorschriften für Unternehmen.“

Der Staat ist kein Antikapitalist. Er sorgt für die Aufrechterhaltung des Systems. Egal wie hoch die gern bemühte „Staatsquote“ ist und wie sehr auch das Privateigentum gesetzlichen Regelungen unterliegt: Das Prinzip Ausbeutung bleibt bestehen. Regulierte Ausbeutung ist noch immer Ausbeutung (siehe 1.)

  • „Heutzutage gibt es keine richtigen „Arbeiter_innen“ mehr, denn viele werden ja sogar in Aktien ausbezahlt. Wir sind ein Volk von Kleinaktionären.“

Eine teilweise Auszahlung des Arbeitslohns in Aktien bringt den_die Arbeiter_in in einen großen Widerspruch: einerseits hat er_sie als Arbeiter_in Interesse, möglichst ineffizient ausgebeutet zu werden, also maximalen Lohn für wenig Arbeit einzukassieren. Als Renditeempfänger muß sie_Er das Gegenteil hoffen. Außerdem ist er_Sie an das Unternehmen gefesselt: bei einem Wechsel müßte sie_Er wegen der Konkurrenz auf Schaden am ex-unternehmen hoffen und gleichzeitig auf dessen Erfolg.

Zu schlechter Letzt kommen wir nochmal auf die Frage des Risikos: Wenn der Laden pleite geht wird rückwirkend auch noch ein Teil des Lohns wertlos. Damit stünde sie_er sogar schlechter da als mit regulären Lohnzahlungen.

Unterm Strich bleiben Arbeiter_innen aber Arbeiter_innen sofern sie auf Lohnarbeit  angewiesen sind sind. So lange sie_Er nicht so viele Aktien hat dass Lohnarbeit unnötig wird, ändert sich daran nix.

Einen exzellenten Katalog an Argumenten gegen Standardeinwände und -irrtümer über den Kapitalismus gibt’s hier:

http://überzeit.ch/faq/

* Die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ werden eigentlich genau verkehrt verwendet: http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitgeber#Begriffskritik

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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