Nationaler Konsens gegen ganz rechts? Nutzt nur denen die eh schon dazugehören

Tl:dr: Was ich hier schreibe wurde schon 1000 mal gesagt: „Rassismusbekämpfung“ unter Beibehaltung der nationalen Interessenslogik ist nicht hilfreich. Schlimmes Beispiel: der breite Konsens für ein npd-Verbot. Außerdem greife ich hoch angesehene und verdiente Antira-Organisationen an und vergleiche sie mit neonazis. Ganz schön frech!

Ich muß hier mal eben den vielbeschworenen Konsens gegen ganz Rechts, der sich bevorzugt in „von allen Verfassungsorganen (und Bürger_innen) gemeinjsam getragenen npd-Verbotsantrag“ äußert, aufkündigen. Der NPD-Furor ist ja nur ein Trick, die nationale Einheit zu beschwören und den Blick von den wirklichen Bedingungen des Rassismus und Nationalismus wegzulenken. Nationale Nützlichkeitserwägungen bleiben ja doch unangetastet. Das ist ja der Witz: NPD-Sprüche wie „Ausländer nehmen uns die Arbeit weg/liegen uns auf der Tasche“ sind ja nur Umformulierungen nationaler Interessenerwägungen wie sie von allen großen Parteien oder auch von „Antinaziorganisationen“ wie der „Publikative“ (sponsored übrigens by Amadeu-Antonio—Stiftung) propagiert oder – was noch effektiver ist – niemals hinterfragt werden. Ist ja immer lustig wenn Annetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung der „Mitte der Gesellschaft“ angeblich den Kopf wäscht und ihr dann doch nur wieder einfällt: mehr Bildung und mehr Geld für Antinaziorganisationen. Das nutzt denen, die nicht eh schon „drin“ sind gar nichts (und denen die schon „drin“ sind – ich hab da auch Zweifel). Die saufen weiter vor europas Toren ab. (Noch schlimmer, wenn Antinaziorganisationen dann sogar einen europäischen Nationalismus propagieren – sowas sollte undenkbar sein, hör ich aber fast täglich. Euronationalismus gegen Rechts? U insane??). Da hilft auch kein Konsens von IM Friedrich bis zur linken Speerspitze der Linkspartei.

Deshalb finde ich den nationalen Konsens „gegen Rechts (=NPD)“ nicht unterstützenswert. Man muß ihn als das kompromittieren, was er ist: Ein Versuch die Deutungshoheit darüber, wer/was der Nation nutzt, unter bessere Kontrolle zu bringen.  Und damit auch darüber, wer rein darf und wer absaufen kann.

Ähm, Gurki, wirfst du gerade IM Friedrich, die Publikative-Kids und Schlägernazis in einen Topf?

Antwort: gewissermaßen ja. Alle bedienen sich gemeinsamer Grundlagen (die eigene Nation als Ausgangspunkt). Und die Ergebnisse sind ähnlich: Leichen. Jupp, ökonomische, nationale Interessen produzieren auch Leichen, wie Neonazis mit Knüppeln. Die einen innerhalb, die anderen außerhalb der Grenzen…

Wer glaubt, meine Anwürfe gegen Kahane (Ausgerechnet! Die wäscht doch gerade immer der selbstzufriedenen Mitte den Kopf!) seien jetzt aber doch irgendwie überzogen, dem empfehle ich das genaue Studium dieses Textes, insbes. des letzten Absatzes. Deutschland muss jetzt mal toleranter werden, sonst geht es im internationalen Wettbewerb unter. Interessenslogik, Nichthinterfragung der Nation, der profitorientierten Ökonomie und keinerlei Analyse zum Rassismus. In einem anderen Text schreibt sie gegen „Symbolpolitik“ an. Hat aber selbst nix anderes im Gepäck. „Toleranter werden“ – ist ja keine wirkliche politische Forderung sondern psychologisierendes Wunschdenken. Ich erkenne an, dass Kahane es irgendwie gut meint, es aber nicht kann. So bringt das nix. (Ich hab mir einige ihrer Texte angeschaut. Sie sind raffiniert: Sie prangern ähnliche Sachen an wie ich hier, ziehen aber niemals die Konsequenz, sondern bleiben in moralischen Forderungen verhaftet, hinterfragen keine scheinbaren Selbstverständlichkeiten sondern wiederholen sie.)

Was mich nervt ist diese naive Träumerei: Wenn wir hier und da ein bisschen mehr Bildung  investieren und die NPD verbieten, dann wird’s besser. Scheiß wird besser! Entweder man geht die Grundlage der rassistischen Ausgrenzung an oder man betreibt halt kosmetische Verschönerungen des „rechten Landes“. Aber letztere sind ja durchaus auch im nationalen Interesse.

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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