Joachim Gauck: der größte Opportunist seit Helmut Kohl

Gauck-Beschimpfungen haben auf meinem Blog Tradition und sind Rituale. Hab gehört, Rituale helfen beim Schlafen. Nun hab ich wirklich keinen Schlafmangel, aber Schlaf kann man nie genug haben. Und er hat’s verdient.  Also los!

(hier ein Link, leider auf eine Springer-Webseite)

Da gibt’s heut gleich zwei sehr dumme – oder: je nach gesellschaftlicher Stellung – fuchsschlaue Äußerungen.

Erstens.

Einmal Sexismus, den Gauck nicht sehen kann. Woran das wohl liegt? Jedenfalls wischt unser oberste Bundesschwanz sämtliche im Zuge der Aufschrei-Debatte bekanntgewordenen Vorfälle damit weg, dass das alles nur „Tugendfuror“ sei. Ein Priester der sich über Tugendfuror echauffiert. Ich lachte hart.

Zweitens.

Gauck will Parteien nicht kritisieren. Okay, natürlich, wer füttert schon die Hand die einen beißt  beißt schon die Hand die einen füttert? Aber auch die, die nicht gefüttert werden mögen bitte das Parteiensystem in Deutschland verehren, denn:

„Sie [die Parteien] tragen seit Jahrzehnten wesentlich zur Ausgestaltung unserer Freiheit, unseres sozialen Friedens, unseres Wohlstandes bei. Ohne sie wären wir nicht da, wo wir heute sind.“

Angesichts von Hartz IV, Agenda 2010, sinkenden Reallöhnen, steigender sozialer Ungleichheit, Liberalisierung des Finanzmarktes (Liste ad infinitum verlängern….) könnte man nun sagen: Das mit dem „Wohlstand“ trifft womöglich nur auf einen kleinen Teil der Bevölkerung zu. Womöglich hatten und haben die Parteien für alle, die nicht – wie Gauck – zu diesem erlauchten Kreis gehören allesamt nichts zu bieten, außer noch mehr Armut (special Thanks an dieser Stelle an Schröder-Rot-Grün). Aber… aber!

Im Ernst: Womöglich sind Parteien einfach tatsächlich allesamt Scheiße wenn man nicht eh schon priviligiert ist? Das wird man ja wohl noch mal fragen dürfen!

Das wirklich widerliche an Gauck ist natürlich, dass er der größte Opportunist in der BRD seit Helmut Kohl ist, sich aber wie ein Freigeist inszeniert und der Mob auch noch drauf reinfällt.

Wenn Wahlen etwas ändern würden wären sie schon längst privatisiert.

Update:

Die Formel „Frieden in Europa“ ist eine Leerformel mit der man alles für sakrosankt erklären kann. Ganz billiger Trick. Könnte man auch sagen: „Sie werden von mir kein schlechtes Wort über Kolonialismus, Ausbeutung und Hunger in Asien und Afrika hören. Sie tragen seit Jahrzehnten wesentlich zur Ausgestaltung unserer Freiheit, unseres sozialen Friedens, unseres Wohlstandes bei. Ohne sie wären wir nicht da, wo wir heute sind.“

Und: Es ist ja nicht mal klar was dieser „Frieden in Europa“ sein soll. Dass europäische Länder keine Kriege führen kann schon mal nicht gemeint sein – denn das tun sie. Dass es einen Wirtschaftskrieg gegen die Armen gibt kann man auch schlecht leugnen. Jahrzehnte des Friedens haben eben auch dazu geführt, dass es immer mehr Leute gibt, die auf die „Tafeln“ und was weiß ich angewiesen sind. Schönen Frieden haben sie da. Wäre doch schade wenn dem was passieren würde…

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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