Der merkwürdige Impuls sich in der Öffentlichkeit komisch zu benehmen

Ich will das Phänomen hier gar nicht theoretisch ergründen –  hab gehört, es habe was mit „Impulskontrolle“ zu tun.    Manchmal verspüre ich den Drang mich merkwürdig zu benehmen. Auf Twitter lebe ich das ungebremst aus aber auch manchmal im echten Leben. Ein paar Beispiele für Dinge, die ich gelegentlich tue:

–          Mich in einer 3-4 Meter breiten Gasse auffällig an die Wand quetschen wenn Leute entgegenkommen obwohl genug Platz ist um bequem aneinander vorbeizugehen

–          Leuten unabhängig von Alter und Geschlecht „Vorsicht Junger Mann!1!!“ hinterher rufen wenn sie wegen irgendwas rummeckern.

–          Beim Gehen die Hände vor den Körper halten als würde man ein Lenkrad halten. Gelegentlich mit der rechten neben den Körper greifen, zum Schalten.

–          Beim Fahrradfahren Motorgeräusche produzieren.

–          An einer Ampel den Querverkehr, der Grün hat, mit gönnerhaftem Nicken durchwinken.

–          Umgekehrt: Über den Fußgängerweg gehen und den Autos die Rot haben die flache Hand als Haltezeichen entgegenstrecken (Optional: „Vorsicht junger Mann!“ rufen)

–          Den bösest möglichen Blick aufsetzen, so böse, dass es grotesk übertrieben ist und als Parodie gelesen werden kann. Damit Autofahrer_innen fixieren.

–          Ohne ersichtlichen Grund auf Zehenspitzen über einen belebten Platz gehen. Optional mit in- die-Hocke-gehen kombinieren.

Es geht mir noch nicht mal um die möglichen Reaktionen der Leute. Es sind keine Krisenexperimente. Es ist einfach das merkwürdig erleichternde, witzige, unterhaltsame Gefühl, es zu tun, dass mich dazu bringt, es zu tun.

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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4 Antworten zu Der merkwürdige Impuls sich in der Öffentlichkeit komisch zu benehmen

  1. taxamendosa schreibt:

    Sehr sympathisch, kenne ich von mir aber auch, wie zbsp: Anstelle Leuten die Hand zu geben um sie in größerer Runde zu begrüßen, den Mr. Hankey Gruß zu machen: „Heidyhoooo“ auch mit der kreisenden Handbewegung.
    Das sind so Eigenarten, die man sich irgendwann einfach angewöhnt oder abguckt, vielleicht ist es manchmal auch einfach nur Stressabbau.

    Ich hab mir vor einiger Zeit mal so Gesten von Seinfelds Kramer angewöhnt, also so irre reinzukommen und noch an paar andere komische Sachen. Manchmal bemerke ich das, während ich es mache, aber sonst niemand. Besonders irritierend ist es nur, wenn man auf diese eigenarten Hingewiesen wird, so als sei man dann in diesem Moment nicht mit sich allein.

  2. Samia schreibt:

    Find ich auch sympathisch, frag mich aber gleichzeitig, wie viel das mit Privilegiertheit zu tun hat. Die genannten Verhaltensweisen vertragen sich ja nicht grade mit „bloß nicht auffallen / keine Angriffsfläche bieten / nicht stolpern / nicht gucken / nicht lächeln“ etc.
    @taxamendosa „irre“ ist in diesem und fast jedem anderen Zusammenhang ableistisch und zu unterlassen.

  3. Barbara-Paraprem schreibt:

    Sie haben Mut. Und Witz. Das muss man ihnen lassen. Besonders schön: „An einer Ampel den Querverkehr, der Grün hat, mit gönnerhaftem Nicken durchwinken.“ oder „Ohne ersichtlichen Grund auf Zehenspitzen über einen belebten Platz gehen. Optional mit in- die-Hocke-gehen kombinieren.“ :)))

  4. Marishiki schreibt:

    ich werde mir diese sachen als liste aufschreiben, durchführen und abhaken. ich will auch dieses „merkwürdig erleichternde, witzige, unterhaltsame Gefühl, es zu tun“ haben. sehr inspirierend.

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