Gegen Pressefreiheit

Chrissi Wulff ist mir ja egal. Aber dass er sich mit dem Springerkonzern anlegen wollte ist ein bisschen witzig. Und er wird natürlich genau daran zugrunde gehen. Diese Kreditaffäre hat sowieso niemand so richtig verstanden (langweilig ist so Papierkram auch) und jetzt ist sie auch schon vergessen. Weil Wulffi ja gegen einen Grundsatz unseres heißgeliebten Vaterlandes unserer wunderbaren Demokratie verstoßen hat: Die Pressefreiheit.

Bullshit. Er hat sich mit Springer angelegt, einem der mächtigsten Konzerne in Europa. Diesem mit dem „Recht“ auf Pressefreiheit zur Seite zu springen ist mal wieder die typisch liberaldemokratische Verkennung von Machtverhältnissen. Also ob so ein Elitenwohnheim wie Springer irgendwelche Grundrechte bräuchte um zu tun, was sie tun, mal abgesehen von dem angeblichen „Recht“ auf Privatbesitz . Als ob das popelige Recht auf Presse- / Meinungsfreiheit irgendeinen Sinn hätte, wenn man es denen zugutehält, die eh schon alles dominieren, wirtschaftlich und kulturell. Sich mit der bild anzulegen war das einzig halbwegs sympathische was Wulff je zustande gebracht hat. Besser als nur einen Artikel verhindern zu wollen wär es aber gewesen, den Laden gleich ganz abzuschaffen, auf dass er nie wieder seine die gegenwärtigen Verhältnisse reproduzierenden „Meinungen“ rauskotzen kann.

Im Übrigen: Enteignet Springer!
Im Übrigen II: Ich würde gerne in einer Welt leben in der ich sagen kann was ich will ohne mich dafür unter einen Staat unterwerfen zu müssen, der mir dann gnädig ein paar „Rechte“ verleiht (!)

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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9 Antworten zu Gegen Pressefreiheit

  1. blubb schreibt:

    du verkennst die machtverhältnisse, wenn du glaubst, firmen könnten sich über das recht hinwegsetzen. wer wirklich in dieser gesellschaft die machtmittel hat, polizei und armee, das ist der staat und nicht die firmen.
    ansonsten hast du recht.

    • TheGurkenkaiser schreibt:

      das ist auch so ein liberaldemokratisches märchen zu glauben, privatwirtschaft und staat wären gegensätze.

  2. blubb schreibt:

    gegensätze sind sie nicht aber der staat ist „ideeller gesamtkapitalist“, verzeih mir das zitatedropping, aber da ist was dran: würde der staat die einzelnen interessen der konzerne nicht beschränken und regeln, würde das nationale wachstum abschiffen.

  3. georgi schreibt:

    Sich mit der bild anzulegen war das einzig halbwegs sympathische was Wulff je zustande gebracht hat.

    Und was ist

    Mit der Ansage, daß der „Islam“ auch zu Deutschland gehöre? Pragmatismus und Realismus scheinst Du nicht zu schätzen.
    Mit dem Umstand, daß er einen Bundespräsidenten Gauck verhindert hat?

    • TheGurkenkaiser schreibt:

      was ist das denn für ein kommentar? ich beschreibe doch gerade eine realität, die die verfechter_innen der pressefreiheit so hartnäckig ignorieren!
      und was hat bitte der islam-spruch damit zu tun? und gauck? den haben die verhindert, die in nicht gewählt haben. abgesehen davon dass es völlig schnulle ist, wer bundeskasper ist, darum gehts auch überhaupt nicht.

      • georgi schreibt:

        ich beschreibe doch gerade eine realität, die die verfechter_innen der pressefreiheit so hartnäckig ignorieren!

        Über das, was vom Geschrei über Pressefreiheit zu halten ist, sind wir uns einig. Deswegen schreibe ich ja nichts dazu. Nur in der Frage, was denn Christian Wulff schon geleistet hätte, sind wir verschiedener Meinung. In der Islam-Frage hat sich Christian Wulff angeblich auch schon an der Pressefreiheit vergriffen. An und für sich ist es ja vollkommen unwichtig, was Bundespräsidenten leisten. Ihr einziger Zweck ist, die Mehrheit im Parlament zum Zeitpunkt der Bundespräsidentenwahl anzuzeigen. Weil diese Wahl eine Mehrheitswahl ist, und die Auswirkungen einer Bundespräsidentwahl recht überschaubar sind, weil es ja nicht um eine mächtige Position geht, eignet sich diese Wahl ganz besonders dazu, die Zusammensetzung des Parlaments entsprechend den Grundausrichtungen der Parlamentarier zu bestimmen. Damals, als Wulff gewählt wurde, standen zwei Grundausrichtungen zur Wahl: Christian Wulff bedeutete: „Merkel mach weiter!“, Gauck bedeutet: „Wollt ihr das totale HaSS IV?“ In Mehrheitswahlen geht es immer nur darum, das kleinere Übel zu wählen, denn dritte und vierte Gegenkandidaten stützen das größere Übel. Also: Wer Bundeskasper wird, ist nicht schnulle.

  4. TheGurkenkaiser schreibt:

    und?
    ich mein… und? als ob merkel mach weiter nicht das totale HaSS IV wäre. abgesehen davon gehts darum immer noch nicht. wer bundespfeife wird ist also weiterhin: völlig wumpe.

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