Liste der nicht zuende gelesenen Bücher 2011 (Stand 08/2011)

Marisha Pessl: Die alltägliche Physik des Unglücks

Wie weit gekommen: S. 163 von 714

Woran hakt’s?

714 Seiten! Da kann man sich leicht vorstellen, dass jemand nicht zum Punkt kommt. Irgendwie geht es um eine junge Frau die mit ihrem Vater durch Amerika reist und irgendwann auf eine Gruppe von Leuten trifft die irgendwas böses tun. Allerdings war von der Action nach 163 Seiten noch wenig zu spüren. Außerdem jede Menge antifeministisches Gewäsch, das mich echt nervte – und ich bin da bei „Kunstwerken“ eher tolerant und denke: muss man abstrahieren. Bis zu einem bestimmten Punkt.

Für die Zeit einer langen, langen und ungeplanten Zugfahrt war’s okay, danach hab ichs nie wieder angerührt.

Fritz Zorn: Mars

Wie weit gekommen? S. 188 von 225.

Woran hakt’s?

Harter Stoff! Ein schweizer Millionärsbubi klagt die bürgerliche Gesellschaft an, weil sie mit ihrer neurotischen Verklemmtheit sein Leben vernichtet, bzew. Gar nicht erst möglich gemacht hat. Dann kriegt der Autor auch noch Krebs und macht ebendiese Gesellschaft dafür verantwortlich. Er lebt sein leben lang einsam und stirbt ebenso mit Anfang 30 Das ist natürlich keine fundierte Gesellschaftskritik, aber eine radikal subjektive Sichtweise und vieles findet man verkehrt, was er sagt. Aber das sit nicht das Problem. Die Selbstzerfleischung war mir dann doch zu viel, so dass ich die letzten paar Seiten nicht mehr lesen mochte. Das schlägt sogar mir zu sehr auf’s Gemüt. Aber Leseempfehlung. Allerdings nur für Leute mit robuster Psyche.

Vladimir Nabokov: Pnin

Wie weit gekommen? S. 182 von 236

Woran hakt’s?

Ein Klassiker von einem „großen“. Meine Erfahrung ist: Die meisten „großen“ sind schon irgendwie zurecht groß in der Literatur. Pnin ist sicher in irgend einer Hinsicht ein okayes Buch, aber es ist irgendwie einfach – langweilig. Am Anfang amüsiert man sich über die skurrilität der Hauptfigur und die mitunter launigen Beschreibungen. Aber Nabokovs Stil ist gern mal ausschweifend, die Sätze schachteln mitunter zwei bis drei assoziative Verknüpfungen ineinander, das ist anstrengend zu lesen. Außerdem passiert nicht wirklich was. Es geht um die charakterisierung von Pnin, seinem russichen Professor im amerikanischen Exil. Ist ja alles okay, aber 180 Seiten hätten echt gereicht.  Die deutsche Ausgabe vom Rowolth-Verlag hat einen umfangreichen Anmerkungsapparat, in dem die verschiedenen kulturellen Anspielungen und Verknüpfungen zu anderen Werken Nabokovs erläutert werden. Wer das alles kennt, für den/die ist das wahrscheinlich ein Fest. Aber das Buch erschien 1960. Das ist einfach nicht meine Welt. Blame it on me.

Eva Menasse: Vienna

 Wie weit gekommen? 143 von 427 Seiten

 Woran hakt’s?

Ach ja, Familienepos, mitunter witzige Anekdoten, ein bisschen Nationalsozialismus (es handelt sich um eine jüdische Familie) etc. pp. Ich glaube, viele Schriftstellerinnen das Familienepos wär sowas wie die Königsdisziplin der Erzählenden Literatur. Leider konnte ich keinen roten Faden finden, der mich „gepackt“ hätte, aber das hat  dieses Genre wohl so an sich. Viele kleine Geschichten sollen ein Mosaik ergeben. Das braucht vermutlich eine geduldige Leserin und die bin ich nicht (s.o.)

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Über TheGurkenkaiser

Das wird man ja wohl noch verteufeln dürfen!
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